Istanbuls Katzen: Vagabunden und Tagträumer

Vor den Cafés dösen bunte Katzen in der Sonne. Manchmal liegen sie auf den Stühlen, balancieren auf Mauern, betteln an den Tischen der Restaurants und faulenzen in den Regalen der kleinen Geschäfte. Während in Deutschland Haustiere an Haus und Herrchen gefesselt werden, beobachte ich in Istanbul ein zwangloses Miteinander.

Deutsche Haustiere werden gehegt, gepflegt, angezogen, geföhnt, eingesperrt und angeleint. In den Städten sieht man selten einen Straßentiger; Streuner werden sofort von der Straße geholt. In Istanbul dagegen gehören die Hunde und Katzen, die durch die Straßen streifen sich selbst. Niemand legt ihnen eine Leine an, vielmehr wird ihnen freundlich die Tür geöffnet, das Fell gestreichelt und etwas zu essen gegeben.

Wir sitzen in einer ruhigen Parallelstraße der Istiklal und essen Kebab. Eine goldweiße Katze mit hellgrünen Augen sitzt bei uns und versucht mit ihren weichen Pfoten ein Stück salziges Fleisch zu erhaschen.

Einmal wollte ich nur meine Tasche öffnen, als ich plötzlich von mehr als zehn Katzen umzingelt wurde, die sich schnurrend an meinen Beinen rieben und hofften eine Leckerei zu bekommen.

Die Katzen gehören zum Stadtbild Istanbuls. Vagabunden, Streuner, Tagträumer und Schmusetiger – der Mensch akzeptiert und liebt sie gleichzeitig.

Text + Fotos: E.Kelpe

 

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